Sorbische Solidarität für friesische Anliegen

Thede Boysen (links) und Dr. Peter Kroh

Vortrag über Jan Skala, einen Kämpfer für Minderheitenrechte

BREDSTEDT (NfI). Der Sorbe Jan Skala (1889-1945) und der Friese Johannes Oldsen (1894-1958) fochten in den 1920er Jahren Seite an Seite für die Rechte der Minderheiten in Deutschland. Skalas Enkel Dr. Peter Kroh referierte darüber im Nordfriisk Instituut in Bredstedt. Organisiert hatte die Veranstaltung, die getragen wurde von der Friisk Foriining, der Sydslesvigsk Forening, dem Sydslesvigsk Oplysningforbund und dem Nordfriisk Instituut, der Vorsitzende des Institutsvereins Thede Boysen, Großneffe von Johannes Oldsen.

Jan Skala war der Sohn eines Steinbrucharbeiters und einer sorbischen Trachtennäherin. Er wollte eigentlich Lehrer werden, musste sich aber mit einer Ausbildung zum Porzellanmaler begnügen, das berichtete Peter Kroh. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete Skala dann allerdings als Zeitungsredakteur und engagierte sich in den Organisationen der sorbischen Minderheit, die sich einer restriktiven Politik der deutschen Obrigkeit gegenübersah. Im Jahre 1924 hatte Skala maßgeblichen Anteil an der Bildung des Verbandes der nationalen Minder heiten in Deutschland, an dem sich auch die Nationalen Friesen in dem von Oldsen gegründeten Friesisch-schleswigschen Verein beteiligten. Skala war Chefredakteur der Verbandszeitschrift ?Kulturwehr?, in der auch häufig das Anliegen der Friesen thematisiert wurde. So ging es zum Beispiel für die Minderheiten auch damals um eine angemessene Berücksichtigung ihrer Sprachen und ihrer Geschichte im Schulunterricht.

Gemeinsam bemühte man sich, so der Referent, die friesische Minderheit in den seinerzeit in Genf tagenden Europäischen Nationalitätenkongreß zu integrieren. Dagegen wandte sich ? von Oldsen und auch von Skala scharf kritisiert ? 1926 der Nordfriesische Verein mit den ?Bohmstedter Richtlinien?, in denen ein Minderheitenstatus für die Friesen strikt abgelehnt wurde. Als daraufhin eine Aufnahme der Nationalen Friesen scheiterte, zog sich auch der Verband der nationalen Minderheiten von dem Kongress zurück. Diesen Konflikt, der nur vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung um die 1920 neu festgelegte deutsch-dänische Grenze zu verstehen ist, hat Prof. Dr. Thomas Steensen in seiner Dissertation über ?Die friesische Bewegung in Nordfriesland im 19. und 20. Jahrhundert? bereits im Jahre 1986 aus friesischer Sicht eingehend dargestellt, darauf wurde in der Aussprache zu dem Vortrag hingewiesen. Die Friesen spielten 1926, so hieß es angesichts des Aufsehens in der damaligen politischen Öffentlichkeit, eine ?kleine Weltrolle?.

Peter Kroh berichtete vom tragischen Schicksal Jan Skalas, den die Nationalsozialisten als Sorben drangsalierten und mit Berufsverbot belegten. Er, der den Einmarsch der Roten Armee als Befreiung empfand, wurde von einem betrunkenen Sowjetsoldaten erschossen. Nachzulesen sind die Erkenntnisse in Krohs Buch ?Nationalistische Macht und nationale Minderheit. Jan Skala. Ein Sorbe in Deutschland?. Das Zusammenwirken von Sorben und Friesen in den kritischen 1920er Jahren, so Thede Boysen und Peter Kroh abschließend, bilde eine wichtige Inspiration für die heutige fruchtbare Kooperation.

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