Friesisch-Historisches Treyben vom 17. – 19. Juli 2015

Der verwegene und verschworene Haufen vom Frisia Historica e.V. lädt alle Maiden und Recken zum nunmehr 5. Friesisch-Historischen-Treyben zu Niebüll an die Wehle herzlich ein. Dieses kleine Jubiläum wird gebührend gefeiert werden. Gemeinsam wurde innerhalb des Vereins, welcher im kommenden Jahr übrigens zehnjährigen Geburtstag feiert, noch intensiver und konzentrierter an der Gestaltung, dem Programm und dem Ablauf gearbeitet, so dass das diesjährige Treyben für alle ein unvergessliches Erlebnis werden wird. Wie die Vereinsmitglieder mitteilen, hat nicht zuletzt auch die gewerbliche Gemeinschaft von Niebüll, sowie der regionalen Nachbarschaft, einmal mehr für eine ganz tolle Unterstützung gesorgt und somit die Grundlage für diese außergewöhnliche und dabei eintrittsfreie Veranstaltung geschaffen.

Wie in den vergangenen Jahren werden sich die mittelalterlichen Pforten der Wiesen an der Wehle am Freitag, 17. Juli von 18 bis 24 Uhr, am Sonnabend, 18. Juli von 10 bis 24 Uhr und am Sonntag, 19. Juli von 10 bis 17 Uhr öffnen.

Mehr als 200 mittelalterlich gewandete Handwerker, Händler, Krieger und Spielleute werden allen Besuchern und Interessierten wieder ein Eintauchen in die geheimnisvolle, abenteuerliche und entbehrungsreiche Zeit des Mittelalters ermöglichen.

Am grundsätzlichen Ablauf ändert sich also nichts. Allerdings wird die feierliche Eröffnung des Treybens in diesem Jahr im Anschluss an den sonnabendvormittäglichen Umzug durch die Stadt um 11 Uhr erfolgen. Wobei, wie der Häuptling und 1. Vorsitzende des wackeren Friesenstammes, Stefan Nissen, ankündigt, der erste Met auf Kosten des Veranstalters geht, um dann mit allen Anwesenden auf das gute Gelingen des kleinen Jubiläums anzustoßen. Die bisherigen Erfahrungen zeigten, dass die Eröffnung am Freitagabend aufgrund der Tatsache, dass es sich um einen ausklingenden Werktag handelt, eher unglücklich für die meisten Sponsoren ebenso wie für die z.T. weiten Anreisen der Teilnehmer, gewählt war. Trotzdem sollte der Ausklang des Freitags als Veranstaltungsabend erhalten bleiben und so werden die Handwerks- und Marktstände geöffnet sein, die Heerlager ihre Waffen parat und der Bogner seine Bögen gespannt haben, die Spielleut zu ihren Instrumenten greifen und die Bewirtung mit Speis und Trank sichergestellt sein. Wie immer wird auch eine kleine Feuerschau diesen Abend dann so, wie es der geneigte Besucher aus den Vorjahren kannte, zu Ende gehen lassen.

Als Höhepunkt wird ein mehrsprachiges frühmittelalterliches Freilufttheaterstück, welches am Sonnabend ab 19.30 Uhr und am Sonntag ab 15 Uhr aufgeführt wird, im Mittelpunkt des diesjährigen Treybens stehen. In Zusammenarbeit mit der Friisk Foriining, unter Leitung von Gary Funck und mit der Förderung vom Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein über den Frasche Rädj und der Stiftung Nordfriesland, konnte dieses außerordentliche Projekt verwirklicht werden.

Mit dem humorvollen, abenteuerlich spannenden und kurzweiligen Vergnügen, welches durch das Stück geboten wird, gelingt es, neben frühmittelalterlich-friesischer Geschichte auch einen Eindruck von der Sprachenvielfalt Nordfrieslands zu vermitteln. Für alle aufmerksamen Theatergäste sollten sich trotz der plattdeutschen, friesischen und dänischen Dialoge keine Probleme ergeben der Handlung zu folgen, auch aufgrund der Ankündigungen im Programmheft, welches demnächst großflächig verteilt werden soll. Auch auf www.frisia-historica.de wird kurz beschrieben worum es geht. Natürlich ohne das Ende vorwegzunehmen.

Darüber hinaus werden die wohlbekannten Spielleute von Wortsatia mit mittelalterlich-friesischen Klängen und das Duo Weihe & Abel, bei denen so mancher bekannter Hit in ganz neuem mittelalterlichem Gewand erstrahlt, für eine vortreffliche musikalische Unterhaltung sorgen. Visuelle Unterstützung dazu liefern in diesem Jahr wieder die grazilen, entzückenden und liebreizenden Damen der Eiderstedter Tanzformation Mahbanu mit ihren mittelalterlich-orientalischen Tänzen. Auch die Gewandschneiderin Nostramoda hat ihr Erscheinen angekündigt und wird voraussichtlich am Sonnabendnachmittag, wie im vergangenen Jahr, eine kleine historische Modenschau präsentieren. Unterhaltung und Kurzweil versprechen außerdem die Wegelagerer, aus dem letzten Jahr noch bekannt als Lotterpfaff und Beutelschneider, in diesem Jahr angekündigt mit Verstärkung und dem Programm der „Bühne Null“. Auch die professionellen Feuergaukler des Ensembles Drachenrachen, welche in diesem Jahr sogar einen Feuerspucker-Workshop angekündigt haben, werden bei entsprechenden abendlichen Lichtverhältnissen am Freitag und Sonnabend mit spektakulären Feuershows ihr Publikum entzücken und die Veranstaltungen gegen Mitternacht zu Ende gehen lassen.

In freudiger Erwartung ist man von Seiten des Vereins auf den Historischen Fischer aus Schleswig, welcher die Veranstaltung sicherlich bereichern wird. Immerhin wurde er 2012 in Minden für seine hervorragende historische Darstellung sogar mit einem Reenactor-Preis ausgezeichnet und ist, neben mittelalterlichen Festen, oft auch in Freiluftmuseen, archäologischen Parks u.ä. tätig.

Selbstverständlich wird bei diesem hochinteressanten, abwechslungsreichen und vielseitigen Fest, bei welchem wiederum kein Eintrittsgeld erhoben wird, auch diesmal die mittelalterliche waffentechnische Ausbildung nicht zu kurz kommen. Die Schule für mittelalterlichen Schwertschaukampf, welche ebenfalls schon in den letzten Jahren in Niebüll zu Gast war, hat wieder ihr Kommen angekündigt. Zusätzlich dazu und als besondere Ehrengäste, werden auch wieder einige Mitglieder der Friesischen Nationalmannschaft im gerüsteten Vollkontakt-Schwertkampf  erwartet, welche nun schon zum zweiten Male an der offiziellen Weltmeisterschaft „Battle of the Nations“, dieses Mal im schönen Prag, teilnahmen. Frisia Historica weist darauf hin, dass man immer noch an einer Teileinheit NF für diese erste offizielle friesische Nationalmannschaft arbeitet und alle Interessierten (auch weibliche!) hiermit einlädt, sich beim Treyben umfassend und ausführlich zu informieren. Außerdem wird man sich im Bogenschiessen ebenso wie im Axtwerfen messen können. Ein Magnet zum Mitmachen für die Kinder wird sicherlich erneut die mittelalterliche Knappenausbildung der Gruppe Viatores ad Arma werden, ohne die das Friesisch-Historische-Treyben kaum noch denkbar wäre, sowie das Ponyreiten rund um die Wehle. Einige Heerlager werden dazu einladen, bei mittelalterlichen Spielen mitzumachen und viele Handwerker und Händler werden bei der Ausübung ihrer Arbeiten zu beobachten sein, ihre Waren feilbieten und sicherlich auch als auskunftsfreudige Gesprächspartner zur Verfügung stehen.

Natürlich wird auch wieder für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt sein. „Die Einnahmen, die durch die kulinarische Versorgung der Besucher entstehen, werden zur Deckung der mit dem Treyben einhergehenden Kosten benötigt,“ erklärt Stefan Nissen. „Genauso wie die vielen großen und kleinen Spenden, die wir als gemeinnütziger Verein von Seiten der Geschäftswelt in und um Niebüll erhalten haben, für die wir sehr dankbar sind und ohne die diese Veranstaltung so nicht machbar wäre.“  Auf das Erheben eines Eintrittsgeldes werden die Initiatoren nach wie vor verzichten. Stattdessen wird wieder eine Spendenkiste bereitgestellt. Weitere Informationen finden sich auf www.frisia-historica.de , wo zeitnah auch ein Programmablauf für die drei tollen Tage erscheinen wird.

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