Die friesische Sprache braucht politische Unterstützung

SSW-Politiker Anke Spoorendonk und Lars Harms besuchten das Nordfriisk Instituut / Gegen „Flickschusterei“

BREDSTEDT (NfI). „So kann es nicht weitergehen.“ Dieser Satz fiel mehrfach, als die SSW-Politiker Anke Spoorendonk und Lars Harms das Nordfriisk Instituut in Bredstedt besuchten. Was die friesische Sprache angeht, herrsche im Bundesland Schleswig-Holstein eine schwer erträgliche „Flickschusterei“. Es fehle, wie auch bereits der Europarat festgestellt habe, an einem klaren Konzept. Die beiden Landtagsabgeordneten trafen mit Thede Boysen, Vorsitzender des Vereins Nordfriesisches Institut, Peter Nissen, stellvertretender Vorsitzender, sowie Professor Dr. Thomas Steensen und Geschäftsführerin Marlene Kunz vom Nordfriisk Instituut zusammen.

Die beiden SSW-Politiker sagten dem Nordfriisk Instituut ihre Unterstützung zu. Die wissenschaftliche Einrichtung für die friesische Sprache, Kultur und Geschichte brauche eine angemessene Ausstattung und Planungssicherheit. Alles andere sei ein „unwürdiger Zustand“, betonten Anke Spoorendonk und Lars Harms.

In den verschiedenen Bereichen der Sprachförderung fehle es an Klarheit, Verlässlichkeit und Langfristigkeit, waren sich die Gesprächsteilnehmer einig. Die friesische Kultur rangiere allzu oft unter „nice to have“, sagte Anke Spoorendonk, sie sei jedoch ein wesentlicher Bestandteil der Identität im nördlichsten Bundesland. Im Bereich des friesischen Schulunterrichts etwa sei in den letzten Jahren ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Hier müsse ein attraktives und vor allem verlässliches Angebot von staatlicher Seite garantiert werden. „Der Staat wälzt die Verantwortung für den Chemie-Unterricht doch auch nicht auf die eventuelle Nachfrage von Eltern oder von der Pharmaindustrie ab“, erklärte Thede Boysen. Verwiesen wurde auf das Beispiel des Freistaats Sachsen. Hier erhalten Sorbischstudierende eine Beschäftigungsgarantie an Schulen im sorbischen Gebiet. In Schleswig-Holstein dagegen habe es immer wieder Probleme mit dem gezielten Einsatz von Absolventen des Friesischstudiums gegeben.

Aber auch in anderen Bereichen bestünden erhebliche Defizite, war man sich einig. „Die Sprachvermittlung ist das A und O für eine lebendige Identität der Nordfriesen. Deshalb müssen wir auch die Angebote für das Erlernen der friesischen Sprache in Kindergärten, Schulen und im Bereich der Erwachsenenbildung ausweiten. Hier steht eindeutig das Land in der Verpflichtung, für eine vernünftige Grundausstattung zu sorgen“, sagte Lars Harms und forderte eine aktivere Rolle des Landes bei der Förderung der friesischen Sprache.        ts

 

 

 

 

 

 

 

Thede Boysen, Thomas Steensen, Marlene Kunz, Anke Spoorendonk, Peter Nissen und Lars Harms (von links)

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