Dootem: 17. önj e harfstmoune 2013

Zweiter Musikwettbewerb mit 26 friesischen Liedern und neuer CD

Erster Preis ging an Norma Schulz mit ihrem Titel »Eeb an flud« (Ebbe und Flut) 

Aufgeregte Künstler, Gänsehaut beim Publikum und stehende Ovationen: die Gala des Musikweedstrid, des friesischen Musikwettbewerb, hatte alles, was zu einem guten Konzert gehört. Der Frasche Rädj/Friesenrat hatte am Sonnabend als Abschluss des friesischen Liederwettbewerbs zur Gala nach Bredstedt ins Alte Heizwerk eingeladen. Bereits Stunden vorher summte der ganze Bau, weil große Chöre, wie die Feer Ladies von Föhr oder Klångspal aus Risum-Lindholm ihre Beiträge einübten. Mit einer kleinen Verspätung startete die Gala vor übervollen Rängen mit einem Rap-Song, den Bredstedter Schülerinnen und Schüler selbst geschrieben hatten.

»Ein toller Auftakt und ein Zeichen für das, was wir erreichen wollen«, sagte Ilse Johanna Christiansen, Vorsitzende des Frasche Rädj. »Nämlich moderne und neue Lieder auf Friesisch. Sie sind wie eine Brücke zwischen den Sprachen und den Generationen. Ich freue mich vor allem, dass sich dieses Mal so viele junge Wettbewerbsteilnehmer vom Wettbewerb zu einem friesischen Lied inspirieren ließen.«

Merten Frank, 9, gehörte zu den jüngsten Teilnehmern mit seinem selbstgeschriebenen Lied »Weest Dü dit ken ik liir« (Weißt Du, das mag ich gern). Der Friedrichstädter, der zu Hause friesisch spricht, führte als charmanter Co-Moderator zusammen mit Carsten Kock durch die Gala.

Bereits zum zweiten Mal hatte der Frasche Rädj den Wettbewerb ausgerufen. Friesische Sänger, Chöre und Komponisten hatten ihre Beiträge eingereicht: insgesamt 26 Lieder. Dabei spielte es keine Rolle, ob eine bekannte Melodie zum Einsatz kam: die Hauptsache war der friesische Text. Die Jury aus Musikern und Textern bewertete die Beiträge in zwei Kategorien. Der erste Platz für das beste Lied mit einer fremden Melodie ging an Klångspal und ihren Beitrag ?Freese for e wråål“ (Frieden für die Welt). Die Musiklehrerin Norma Schulz gewann mit ihrem Lied ?Eebe an flud“ nicht nur den ersten Platz der Jury, sondern eroberte auch das Gala-Publikum im Sturm. Nur von ihrer Gitarre begleitet, sang sie mit klarer Stimme, dass sie immer wieder nach Föhr zurückkehren werde, so sicher wie das Wasser sich nach der Ebbe immer wieder einstelle.

Den Mut und den Einfallsreichtum der jüngsten Wettbewerbs-Sängerinnen und Sänger würdigte die Jury mit zwei Sonderpreisen: an die »Risem schüklinge«, ein Chor aus Kindergarten- und Grundschulkindern aus Risum-Lindholm, und an Merten Frank.

Und wie geht es weiter, gibt es eine dritte Runde? »Wir müssen auch sehen, was wir ehrenamtlich leisten können. Das ist nämlich eine ungeheure Anstrengung«, sagte Ilse Johanna Christiansen. Die Durchführung des Wettbewerbs wäre ohne hiesige Sponsoren, Projektgelder des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, und den enormen ehrenamtlichen Einsatz vieler Helferinnen und Helfer nicht möglich gewesen.

Die CD mit 14 neuen friesischen Liedern ist für 5 Euro beim Frasche Rädj erhältlich.

Norma Schulz