Politische Ziele

Die Friisk Foriining initiiert und unterstützt eine Vielzahl von Aktivitäten, deren Grundlage die Basisarbeit mit der friesischen Sprache bildet. Zur Vereinsarbeit der Friisk Foriining gehört unter anderem friesische Kinder- und Jugendarbeit, wie z.B. Kinderfeste und Spielnachmittage. Es werden auch Jugendgruppen außerhalb des Vereins unterstützt. Die Hauptsache ist, dass die friesische Sprache bei ihren Projekten im Vordergrund steht. Für die Initiierung und Begleitung von Jugendaktivitäten hat die Friisk Foriining im Jahr 2002 einen Jugend- und Kulturkonsulenten auf der Basis einer halben Stelle eingestellt. Seine Aufgabe ist es, Jugendaktivitäten in friesischer Sprache durchzuführen. Mit dieser Stelle lässt sich zwar Projektarbeit bewerkstelligen, es ist aber unverständlich, warum es immer noch nicht gelungen ist, den friesischen Jugendverein Rökefloose mit einer institutionellen Förderung für die Jugendarbeit zu versehen. Andere Minderheiten bekommen eine institutionelle Förderung für ihre Jugendorganisationen gewährt, aber bei den Friesen fehlt diese völlig. Das muss aus Sicht der Friisk Foriining geändert werden.

Die friesischen Aktivitäten in den Schulen haben darüber hinaus einen besonders hohen Wert. Daher ist es unerlässlich, dem Fach Friesisch in der Schule einen rechtlichen Rahmen zu geben, der u.a. die Minderheitensprache Friesisch mit anderen Sprachen als Schulfach gleichstellt. Ziel muss es sein, die Attraktivität des Friesischunterrichtes weiter zu steigern. Dieses Ziel darf nicht hinter kurzfristigen Kostenaspekten anstehen, zumal die anderen Minderheiten im Grenzland eine umfangreiche Förderung ihres eigenen Schulwesens erhalten. Der Sprachunterricht an den Schulen in Nordfriesland ist fakultativ und wird vor allem vom 3. bis 4. Schuljahr erteilt. Anzustreben ist ein durchgehender Unterricht an allen Schulen im friesischen Sprachgebiet, auch an den weiterführenden Schulen. Dafür ist es unbedingt erforderlich, das Lehrangebot an den Hochschulen in Flensburg und Kiel auszubauen.

Ähnliches gilt für Friesisch in den Kindergärten. Die Vermittlung der friesischen Sprache in den Kindergärten ist durch eine ehrenamtliche und nicht-professionelle Personalstruktur geprägt. In den friesischen Kindergärten besteht zudem ein akuter Bedarf an Materialien, die die pädagogische Arbeit fördern. Dazu gehören in erster Linie friesischsprachige Medien. Auch hier fehlt es an finanziellen Mitteln und Anreizen, damit die Träger den Sprachunterricht in Friesisch ausbauen können.

Seit nunmehr 19 Jahren besteht die so genannte Friesische Herbsthochschule. Fünf Tage lang werden verschiedene kreative Kurse für Erwachsene und Kinder angeboten. Neben der kreativen Arbeit steht vor allem die friesische Sprache im Vordergrund. Alle Aktivitäten werden auf Friesisch arrangiert. Jeder der Friesisch lernen möchte, Friesisch lernt, Friesen kennen lernen möchte oder einfach ein Wochenende ganz auf Friesisch verbringen will, ist als Teilnehmer der Herbsthochschule willkommen. Leider ist dies das einzige Angebot seiner Art für die friesische Minderheit. Deshalb ist es dringend notwendig, dass die Friesen – ebenso wie die anderen Minderheiten nördlich und südlich der Grenze – eine friesische Volkshochschule einrichten können. Die Einrichtung einer friesischen Heimvolkshochschule könnte Bahn brechend wirken, da in eine solche Einrichtung schon jetzt bestehende Einheiten der Erwachsenenbildung, der Vereine, des Nordfriesischen Instituts oder der Hochschulen einfließen könnten. Entsprechende Impulse wie etwa zur Sprachplanung oder zur Integration der Sprache im öffentlichen Bereich würden von einer Heimvolkshochschule ausgehen können. Hierfür sind Zuschüsse zum Bau und natürlich auch institutionelle Zuschüsse nötig, damit sich eine solche Einrichtung etablieren kann.

In den Medien ist die friesische Sprache immer noch extrem unterrepräsentiert. Dies darf so nicht bleiben. Ähnlich wie die dänische Minderheit mit „Flensborg Avis“ und die deutsche Minderheit in Dänemark mit „Der Nordschleswiger“ haben auch die Friesen bedarf an Zeitungsmedien in der eigenen Sprache. Daher ist es vor Nöten, hier eine Regelung zu finden, die sicherstellt, dass aktuelle und regelmäßige friesischsprachige Artikel in den Zeitungen Nordfrieslands erscheinen. Dies schließt auch eine öffentliche Finanzierung mit ein.

Zwar sendet die Friisk Foriining seit 2004 ein Radioprogramm in friesischer Sprache, aber trotzdem fehlt es vor allem im öffentlich-rechtlichem Rundfunk an friesischsprachigen Sendungen im Radio und im Fernsehen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht hier in einer besonderen Verantwortung und der Gesetzgeber ist in der Pflicht hier rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die friesische Sendungen nicht nur ermöglichen, sondern ausdrücklich auch vorschreiben. Des Weiteren ist auch hier festzuhalten, dass der einzige Verein der sich ausschließlich mit friesischer Medienarbeit befasst und Filme und Radiobeiträge produziert – der Ferian for en nuurdfresk radio – keine institutionelle Förderung für seine Arbeit erhält. Damit hält sich das Land Schleswig-Holstein völlig von der friesischen Medienarbeit fern.

Im Zentrum aller Bemühungen zum Erhalt und zum Ausbau der friesischen Kultur muss das Benutzen und das Erlernen der friesischen Sprache stehen. Daher fühlt sich die Friisk Foriining der Friesischen Sprache besonders verpflichtet. Die Friisk Foriining erwartet aber auch, dass der Bund, das Land und die kommunale Ebene die friesische Minderheit entsprechend auch finanziell unterstützt.